Geschichte: 7,5 km/h und Höllenlärm – so brutal war Reisen im Römischen Reich
Wer im Römischen Reich von A nach B wollte, brauchte gute Nerven und starkes Sitzfleisch. Trotz des legendären Straßennetzes lag die durchschnittliche Reisegeschwindigkeit bei quälenden 7,5 km/h.
Der Grund: Die Wagen besaßen ungefederte Holzräder, oft mit dicken Eisenringen beschlagen. Bei jeder Umdrehung knallten sie unbarmherzig auf das Basaltpflaster, jeder Steinschlag schlug bis in die Knochen durch. Bei 36 Kilometern am Tag war das Limit erreicht – nur Ausnahmen wie Julius Cäsar schafften mit ständigen Pferdewechseln 150 Kilometer, ein Rekord, der die Menschen in fassungsloses Staunen versetzte.
„Strepitus Rotarum“: Warum nachts gefahren wurde
Der Lärm der Eisenräder auf Steinstraßen war so unerträglich, dass die Römer einen eigenen Begriff dafür hatten: Strepitus Rotarum – der Lärm der Räder. In Metropolen wie Rom oder dem Badeort Baiae war das Geklapper tagsüber so unerträglich, dass harte Fahrverbote für Schwerlastkarren verhängt wurden. Der gesamte Güterverkehr verlagerte sich auf die Nacht, und die Anwohner litten unter Dauer-Schlaflosigkeit.
🎬 Erklärvideo: Die ganze Geschichte in 7 Minuten –
Welche Wagenklassen unterwegs waren, lest ihr in Vom Plaustrum zur Carruca. Wo ihr die Agrippastraße heute in Erftstadt selbst erleben könnt, zeigt Die Agrippastraße – Roms Super-Highway durch Erftstadt.
