UmweltQuelle: Der Spiegel

Extremwetter und Dürre belasten den Kartoffelanbau

Deutschlands Kartoffelanbau steht unter wachsendem Wetterdruck. Trockenheit, hohe Temperaturen und heftige Regenfälle belasten Böden und Pflanzen. Für Landwirte wird es schwieriger, zuverlässig zu planen. Das betrifft nicht nur die Ernte, sondern auch Preise, Verarbeitung und die Versorgung mit einem wichtigen Grundnahrungsmittel.

Die Kartoffel braucht Wasser zur richtigen Zeit

Kartoffeln reagieren empfindlich, wenn während der Knollenbildung Wasser fehlt. Trocknet der Boden aus, wachsen die Knollen schlechter oder bleiben kleiner. Hitze kann die Pflanzen zusätzlich schwächen. Kommt später Starkregen, nimmt ein ausgetrockneter Boden das Wasser oft nicht schnell genug auf.

Das Problem liegt also nicht nur in der Jahresmenge des Regens. Entscheidend ist, wann und wie gleichmäßig Wasser verfügbar ist. Landwirte müssen Bewässerung, Pflanzzeit und Sortenwahl immer genauer auf die regionalen Bedingungen abstimmen.

Warum Böden unter Trockenstress leiden

Wiederholte Trockenphasen senken die Bodenfeuchte. Pflanzenwurzeln erreichen dann weniger Wasser und Nährstoffe. Gleichzeitig steigt die Gefahr, dass der Boden bei Starkregen verschlämmt oder Erosion einsetzt. Ein gesunder Boden mit organischer Substanz kann Wasser besser speichern. Sein Aufbau wird damit zu einem wichtigen Teil der Klimaanpassung.

Zwischenfrüchte, abwechslungsreiche Fruchtfolgen und eine schonende Bearbeitung helfen, die Bodenstruktur zu stabilisieren. Sie lösen das Wasserproblem nicht vollständig. Sie können aber die Widerstandskraft erhöhen und verhindern, dass jede Wetterextreme sofort zum Ernteausfall führt.

Was Verbraucher bemerken können

Wenn Erträge schwanken, reagieren Märkte. Verarbeitungsbetriebe brauchen bestimmte Größen und Qualitäten. Knappheit kann Preise erhöhen oder Importe nötig machen. Für Verbraucher bleibt die Kartoffel meist verfügbar. Trotzdem zeigt das Beispiel, wie eng Alltag und Klimaveränderung verbunden sind.

Auch in Nordrhein-Westfalen beobachten Bauern die Entwicklung genau. Der Anbau hängt von Boden, Niederschlag und regionalen Temperaturen ab. Gute Beratung und verlässliche Wetterdaten werden wichtiger, damit Entscheidungen nicht erst getroffen werden, wenn die Pflanzen bereits geschädigt sind.

Anpassung braucht mehrere Bausteine

Neue Sorten, Wasserspeicherung und ein sorgfältiger Umgang mit Böden gehören zusammen. Landwirtschaft kann sich anpassen, aber sie kann Extremwetter nicht vollständig ausgleichen. Deshalb bleibt der wichtigste Hebel, die weitere Erwärmung zu bremsen. Jede vermiedene zusätzliche Hitzewelle erleichtert den Anbau.

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