Ortsteil-Porträt Erp: Wo die Römer Nägel schmiedeten und ein Heiliger die Kirche gab
Wer in Erp gräbt, stößt auf Eisen und Ton: eine römische Nagelschmiede, Keramik aus der Latènezeit, eine villa rustica. Der Ort an der Römerstraße ist älter als seine erste Urkunde — und seine Kirche trägt den Namen eines Heiligen.
Erlipen — am Erlenbach (1140)
Erp wird 1140 als „Erlipen" in einer Urkunde über Besitz der Propstei Zülpich erwähnt. Der Name verweist auf den Erlenbach — und auf eine Siedlung, die weit älter ist als ihre erste schriftliche Notiz: Schon in der Latènezeit um 500 v. Chr. war die Gegend besiedelt, belegt durch Keramikfunde. Die Endung verrät fränkische Wurzeln.
Römische Nagelschmiede und ein Veteran
Im Bereich Erps fanden Archäologen Mauerreste einer Nagelschmiede, Eisenschlacken und Nägel — römische Handwerksarbeit. Etwa 60 Villae rusticae sind im heutigen Stadtgebiet nachgewiesen, oft nur 1–2 km voneinander entfernt. Wer hier lebte, lebte in einer dicht besiedelten römischen Kulturlandschaft.
St. Pantaleon — eine Kirche mit Kölner Patron
Das Herz des Ortes ist die Pfarrkirche St. Pantaleon, die 1260 erstmals erwähnt wird. Zur Zeit der Erstnennung besaßen die Herren von Dollendorf ein Viertel des Patronatsrechts, das Kölner Domkapitel drei Viertel. Der Heilige Pantaleon ist einer der ältesten Heiligen der Rheinlandkirche — in Erp trägt eine Dorfkirche seinen Namen.
Erp heute
Erp ist mit rund 2.633 Einwohnern ein lebendiger Ortsteil an der Römerstraße, dessen Boden römisches Eisen und fränkische Wurzeln birgt. Wer hier wohnt, wohnt auf 2.000 Jahren Besiedlung.
Quellen: Wikipedia (Erp, St. Pantaleon), ErftstadtWiki, erftstadt.de, Wikimedia Commons (St. Pantaleon, HOWI).