Ortsteil-Porträt Ahrem: Ein fränkisches Gräberfeld, eine Großbäckerei und die Apolloniakapelle
Ahrem ist klein — aber sein Boden erzählt von Franken, Römern und einer Großbäckerei, die vor 1.800 Jahren Brot für die Region buk. Und mitten im Dorf steht eine Kapelle, die einer Heiligen gegen Zahnweh geweiht ist.
Airnhem — die Siedlung des Arn (1256)
Ahrem wird 1256 als „Airnhem" erwähnt. Die Endung -heim verweist auf eine fränkische Gründung — die Siedlung eines Arn oder Arno. Bestätigt wird die frühe Besiedlung durch ein Gräberfeld aus dem 6. Jahrhundert mit Grabbeigaben. Noch älter sind römische Funde: Wer in Ahrem gräbt, findet Franken über Römern.
Eine römische Großbäckerei nahe der Römerstraße
Zwischen Lechenich und Ahrem, etwa 700 Meter von der Römerstraße Köln–Trier entfernt, befand sich eine römische Großbäckerei mit vier Backöfen. Hier wurde Brot in industriellem Maß gebacken — für Soldaten, Reisende und die Siedlungen an der Agrippastraße. Ahrem liegt an einem römischen Verkehrs- und Versorgungsknoten.
Gräber entlang der Römerstraße
Entlang der Römerstraße in Erftstadt-Ahrem wurden römische Gräber untersucht — ein Stück der antiken Fernstraße, das heute durch die Gemarkung verläuft. Die in römischer Zeit angelegten Straßenverbindungen werden, so der Historiker, „heute noch über weite Strecken benutzt".
Die Apolloniakapelle von 1691
Im Dorf steht die Apolloniakapelle aus dem Jahr 1691 — eine kleine Wallfahrts- und Dorfkapelle. Die heilige Apollonia gilt als Schutzpatronin gegen Zahnweh; wer hier betete, hoffte auf Linderung. Die Kapelle ist ein stilles Zeugnis dörflicher Frömmigkeit.
Ahrem heute
Mit rund 1.203 Einwohnern ist Ahrem ein Ortsteil mit langer Vorgeschichte — römische Großbäckerei, fränkisches Gräberfeld, Apolloniakapelle. Wer hier wohnt, wohnt über zwei Jahrtausenden Besiedlung.
Quellen: Wikipedia (Ahrem, Erftstadt), ErftstadtWiki, erftstadt.de, Wikimedia Commons (Ahrem aerial view).
