Start der Etappe 1 an der Ecke Clemensstraße/Bobstraße: einst ein aufwendig gestaltetes römisches Stadttor mit zwei Durchlässen. Am Mauritiussteinweg sind noch Reste der römischen Stadtmauer zu erkennen.
Erftstadt ist jung — die Orte, aus denen sie 1969 entstand, sind es nicht. Diese Infografik zeigt die Erstnennung jeder der 18 Stadtteile und wie sie zusammenwuchsen. Alle Jahreszahlen sind belegt (ErftstadtWiki).
Von der Römerstraße über die Burg Lechenich bis zur Gründung 1969 — scrolle dich durch 2000 Jahre Erftstadt.
Bevor »Erftstadt« existierte, trugen römische Legionäre schon Stein für Stein durch die Erftniederung.
Die Agrippastraße war die römische Fernverbindung von Köln über Zülpich und die Eifel bis zur Mosel — insgesamt 118,3 Kilometer. Und sie führt mitten durch das heutige Erftstadtgebiet. Wer mit dem Rad heute Etappe 1 (Köln → Erftstadt) und Etappe 2 (Erftstadt → Zülpich) fährt, rollt auf uraltem Pflaster.
Im Ortsteil Frauenthal lag die Mansio Liblar — eine römische Straßenstation, in der Reisende Pferde wechselten, übernachteten und Proviant aufnahmen. Gleich daneben fanden Archäologen eine römische Siedlungsstelle. Westlich der heutigen Lechenicher Altstadt stand eine weitere römische Siedlung; ein Matronenstein nennt die Matronen »Lanechiae« — aus diesem Namen wuchs später »Lechenich«.
Die Römer sind längst weg. Ihre Straße ist geblieben — heute ist sie ein Erlebnisraum, den man abradeln kann.
Start der Etappe 1 an der Ecke Clemensstraße/Bobstraße: einst ein aufwendig gestaltetes römisches Stadttor mit zwei Durchlässen. Am Mauritiussteinweg sind noch Reste der römischen Stadtmauer zu erkennen.
Start der Etappe 2: die Mansio Liblar im Ortsteil Frauenthal — eine römische Straßenstation, neben der Fundplatz einer römischen Siedlungsstelle. Hier wechselten Reisende die Pferde.
Westlich der heutigen Altstadt lag eine römische Siedlung. Ein Matronenstein nennt die »Lanechiae« — der Name, aus dem später Lechenich wurde.
Nahe des Marienbachs lag die Mansio Zülpich — Startpunkt der Etappe 3 mit vielen Informationen zum Erlebnisraum Römerstraße. Über Feldwege geht es weiter in die Eifel.
Als die Römer abzogen, kamen die Franken — und gründeten Dörfer, die es bis heute gibt.
Die Endung »-lar« bei Liblar verrät es: Hier saßen schon im 4./5. Jahrhundert Franken. Ein Herrenhof lag vermutlich nahe der heutigen Kirche St. Alban. Auch Dirmerzheim, Kierdorf (»Roggendorf«, 1113) und die -heim-Orte wie Friesheim, Blessem, Herrig, Konradsheim und Köttingen sind fränkische Gründungen.
Noch älter ist Erp: Schon in der Latènezeit, rund 500 v. Chr., lebten hier Menschen — belegt durch Keramikfunde. Und in Konradsheim entdeckten Archäologen 1994 bandkeramische Siedlungsspuren aus der Zeit um 5500 v. Chr. Die Wurzeln der 18 Ortsteile reichen also tief in die Vorgeschichte.
Erstnennung für Erstnennung ergeben die Wurzeln jener Orte, die 1969 zusammenwuchsen — von Bliesheim (1059) bis Blessem (1155).
Eine Burg, die im Dreißigjährigen Krieg nie eingenommen wurde — gebaut aus gebranntem Ton.
Im frühen 12. Jahrhundert stand in Lechenich schon eine mächtige Burg. Sie wurde 1301 auf Befehl des Königs zerstört. Daraufhin ließ der Kölner Erzbischof Heinrich II. von Virneburg zwischen 1307 und 1314 eine neue Landesburg errichten — in Feldbrandziegel, einer Bauweise, die im Rheinland damals noch selten war. Die Burg zählt zu den frühesten großen Feldbrandziegel-Bauten der Region.
Es wurde eine Wasserburg mit Gräben, einem 50 Meter hohen Hauptturm in fünf Stockwerken und massiven Mauern. Über Jahrhunderte galt sie als uneinnehmbar — selbst im Dreißigjährigen Krieg fiel sie nicht. Ihr Ende kam erst, als abziehende französische Truppen Teile sprengten.
Heute ist die Burg Ruine und Wahrzeichen Lechenichs — mit Schlosspark, den man besichtigen kann.
Lechenich war kurkölnisch — und ein Ort, an dem Geschichte hart zuschlug.
Lechenich war Sitz eines kurkölnischen Amtes — die Erzbischöfe von Köln herrschten hier. Im 16. bis 18. Jahrhundert kam es im Amt Lechenich zu Hexenverfolgungen, dokumentiert in Stadtarchiv und Jahrbüchern. 1794 rückten die Franzosen ein: Die Franzosenzeit brachte napoleonische Verwaltung, den Code Civil und das Ende der alten kurkölnischen Ordnung. 1815 kam das Gebiet an Preußen.
Wer tief einsteigen will, findet in der »Stadtchronik« von Hanna Stommel und in den PDFs des Stadtarchivs die ganzen Dramen: eine berittene Landgendarmerie namens Husarenkompanie, die Sage vom Gymnicher Ritt, den Bonner Studenten Carl Schurz in der Revolution 1848 und die Bliesheimer Stiftsmühle.
Aus dem Bauernland wurde Industrieland — Kierdorf wurde zur Wiege der Braunkohle.
Carl Brendgen gilt als Begründer der Braunkohlenindustrie in Kierdorf. Im 19. Jahrhundert wuchs rund um Kierdorf und Liblar eine ganze Industrie: Brikettfabriken, Gruben, Bahnanschlüsse. 1924 legten Bergarbeiter im rheinischen Streik Liblar sogar lahm — ein Streik, der bis heute im Stadtarchiv erforscht wird.
Die Ville wurde zum Abbaugebiet, später zum Rekultivierungsraum: Wo Braunkohle war, sind heute Seen. Der Strukturwandel von der Braunkohle zur Erholungslandschaft ist eines der großen Themen des 20. und 21. Jahrhunderts in Erftstadt.
Erftstadt ist jünger als die Mondlandung — und trägt den Namen eines Flusses.
Am 1. Juli 1969 schlossen sich mehrere amtsangehörige Orte aus dem Kreis Euskirchen zusammen und gliederten sich aus — eine neue Stadt entstand. Benannt nach der Erft, dem Fluss, der hier durchs Land zieht. Bei der Gründung: 34.000 Einwohnerinnen und Einwohner auf 133 Quadratkilometern. Heute sind es über 52.000.
Die 18 Wurzeln — von Lechenich (römisch, »Lanechiae«) bis Ahrem (1256) — wurden zu einem Stadtgebiet zusammengeführt: 14 Stadtbezirke, 18 Stadtteile, eine Verwaltung.
Ein grüner Schild, ein silberner Fluss — und zwei goldene Quadrate, die ein E bilden.
1974 erhielt Erftstadt sein Stadtwappen: ein grüner Schild, darin ein silbernes Flussband (die Erft) und zwei goldene Quadrate, die zusammen ein »E« bilden. Jedes Element erzählt: Grün steht für die Ville und die Landschaft, Silber für die Erft als Namensgeberin, das E für Erftstadt.
Als offizielles Hoheitszeichen ist das Wappen gemeinfrei (§ 5 UrhG) und auf Wikimedia Commons frei verfügbar — wir dürfen es nutzen und zeigen.
Erftstadt hat zwei Verwaltungssitze — eins im historischen Lechenich, eins im zentralen Liblar.
Die Stadtverwaltung Erftstadt arbeitet an zwei Standorten: das historische Rathaus in Lechenich (1862 erbaut, 2012 feierte es 150 Jahre) und die zentralere Verwaltung in Liblar. Seit dem 2. November 2020 ist Carolin Weitzel Bürgermeisterin.
1999 endete die Doppelspitze aus ehrenamtlichem Bürgermeister und hauptamtlichem Stadtdirektor — seitdem wird der hauptamtliche Bürgermeister direkt gewählt.
Wo Braunkohle war, sind heute Seen — und Erftstadt wächst weiter.
Aus dem Braunkohle-Tagebau der Ville ist eine Seenlandschaft geworden: der Liblarer See, der Otto-Maigler-See, das Erftstadt-Frauenthaler Seegebiet — Naherholung, Baden, Radfahren. Der Strukturwandel geht weiter: Braunkohle-Ausstieg, Rekultivierung, neue Wohn- und Gewerbegebiete.
Erftstadt ist eine junge Stadt mit alten Wurzeln: 1969 gegründet, mit Orten, die teils über 1500 Jahre alt sind. Eine Stadt im Wandel — und eine, die ihre Geschichte auf der Römerstraße heute wieder abradeln kann.
Im Juli 2021 traf eine verheerende Flutkatastrophe mehrere Erftstädter Ortsteile — ein tiefgreifendes Ereignis, das der Geschichtsverein Erftstadt als Teil der Ortsgeschichte dokumentiert. Lebendige Erinnerungskultur: 2026 erhielt Mitgründer Albert Esser den Rheinlandtaler des LVR, der Geschichtsverein selbst den Heimatpreis der Stadt.
Zusammenschluss und Ausgliederung mehrerer amtsangehöriger Orte aus dem Kreis Euskirchen. Benannt nach der Erft. Bei Gründung: 34.000 Einwohner auf 133 km².
Grüner Schild mit silbernem Flussband (Erft) und zwei goldenen Quadraten, die ein „E" bilden.
Mit der deutschlandweiten Umstellung erhält Erftstadt die bis heute gültige Postleitzahl 50374.
Ende der Doppelspitze aus ehrenamtlichem Bürgermeister und hauptamtlichem Stadtdirektor; der hauptamtliche Bürgermeister wird direkt gewählt.
Seit dem 2. November 2020 im Amt.
Wahl des Stadtrats alle fünf Jahre; die letzte fand am 14. September 2025 statt.